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Es werden Posts vom Mai, 2006 angezeigt.

Szi - vier

Samurai, japanisch für “Dienender”, waren zu Beginn das “bewaffnete Begleitpersonal des Adels“, später bildeten sie eine eigene Kriegerkaste. Sie hatten das Recht, zwei Schwerter zu tragen und folgten dem Bushido, dem Ehrenkodex. Im 17. Jahrhundert gehörten die Samurai zur obersten Klasse in der Sozialordnung.1 Die Religion der Samurai ist Zen. Die gesellschaftlichen Klassen Japans lassen sich in der Aufteilung der buddhistischen Schulen festmachen: „Tendai für das Kaiserhaus, Shingon für den Adel, Zen für die Kriegerklasse und Jodo für die Menge.“2 Von meinem Fenster aus habe ich Blick in den Garten meiner Nachbarn. Selbige haben einen Sohn, Nikolas. Und für eben diesen wurde vor einigen Jahren dieses Holzhaus errichtet und betitelt. „Samuraihaus Niko = Harmonie/Frieden“. (siehe Foto) Harmonie und Frieden steht über, bzw. unter dem Schriftzeichen geschrieben. Niko ist ca. neun Jahre alt und seinem Samuraihaus anscheinend entwachsen. Zumindest wird das Pfahlhaus zur Zeit eher als Abst…

Drei komma sieben

Ich stelle mir vor:Zwei parallele Kamerafahrten, nebeneinander auf einem Bildschirm zu sehen:

Kamerafahrt I: Erdball, Asien, Japanische Inseln, Großstadt, hinein in den U-bahntunnel, wacklige Fahrt zwischen Manga lesenden jungen Männern und Musik hörenden Touristen hindurch zu einer jungen Frau in grünem Tweedmantel, eingekeilt sitzend zwischen einem dicken Alten und einer dünnen Jungen. Die Dame in grün liest den Hagakure. Den Weg des Samurai.


Kamerafahrt II: Erdball, Europa, Süddeutschland, Bodensee, westliches Ende, Konstanz, durch die Altstadt, über die Rheinbrücke, am Zähringer Platz in den Bus hinein, ein paar Stationen später wieder raus, einen gepflasterten Weg entlang, spärlich beleuchtet, Haustür, Wohnungstür, Zimmer, eine einsame Schreibtischlampe brennt, ein Paar Brillengläser refelktiert das Licht vom Bildschirm, um den Schreibtisch herum, endlich der Blick auf den Bildschirm: *** Es ist spät abends, das plärrende Kind der Nachbarn ist eingeschlafen und ich
sitze über einem Ab…

Szang - drei

Es ist Samstag Abend und ich bin unterwegs… na ja, nicht wirklich, nur dabei, geschäftig hin und her zu eilen und Geschirr, Besteck, Schüsseln mit Kartoffelchips und Alkoholika auf dem Tisch zu verteilen.
Bevor die ersten Gäste klingeln, sitze ich noch ein paar Viertelstunden am PC und trage die in einem steten Strom meinen Postkasten enternden Bloglinks in den Reader ein.
Zwischendurch immer wieder genervtes Weggeklicke der PopUp-Meldungen: „Ungelesene Nachricht“. Nein, ich will jetzt nicht den dreißigsten neuen, noch ungelesenen Blog lesen.
Letztendlich erlöst mich das Schnarren im Flur vom Bildschirm und der Abend kann beginnen. Im Laufe desselben verteilen sich die Grüppchen auf mehrere Zimmer, ich schaue mal hier, mal da und lausche den Gesprächen. Irgendwann zu fortgeschrittener Stunde höre ich Gejohle aus der Küche. Mein Mitbewohner ‚post’ für die Kamera, er zitiert eine gewisse Filmszene. Ich stimme in das Lachen mit ein und rufe aus dem Hintergrund Regiekommentare. ‚You know Lat…