Tuesday, June 27, 2006

go - fünf

Wer sich ein wenig dafür interessiert, wird wissen, dass deutschsprachige Bands wie Rammstein oder die Ärzte in Japan riesige Fangemeinden haben. Japaner können rocken.

Letzteres bewies sich am vergangenen Wochenende auf dem Southside Festival. Einem Event, auf welchem Stadt und Land, amerikanische und europäische Bands sowie viele Nationen aufeinander trafen.

Neben Deutschen, Schweizern, US-Bürgern und Briten sah und hörte ich schon zwischen den Zelten Japaner. (An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich zu 100% weiß, dass die betreffenden Personen von den Inseln kamen, ich habe nachgefragt.)

Sie bedienten das Klischee (oder Vorurteil), indem sie mit kleinen Kleinstcamcordern und Digitalkameras Zeltplatz, Duschen, Dixie-Toiletten, angetrunkene Fußballfans, sonnenverbrannte Rocker und sich selbst filmten und fotografierten.

Später sah ich sie am Fuß des Bungee-Krans stehen, aus sicherer Entfernung der Motorradshow zusehen und schließlich sah ich sie in der Menge vor der Bühne. Irgendwann stellte ich fest, dass sie die Lieder zum Großteil mitsingen konnten. Sowohl die der englischen als auch die der deutschen Bands. Beides klang, wohl auch verzerrt durch die sehr lauten ‚Hintergrundgeräusche’, irgendwie fremd und ich konnte die Liedtexte nur zum kleineren Teil heraus hören.

Ich muss zugeben, dass ich wenig über japanische Popmusik weiß. Abgesehen von in den Blogs der Komilitonen vorgestellten japanischen Blasmusikkomponisten oder weiblichen Popsängerinnen und der u.a. in „Lost in Translation“ vorgestellten Vorliebe für Karaoke weiß ich wenig über einheimische Musik.

Fest steht wohl, dass die -jungen- Japaner sehr offen sind für europäische und oder amerikanische Musik sind. Trotz der so anderen Kultur. Trotz der fremden Sprache.

Man stelle sich einmal eine japanisch singende Rockband auf einem Festival in Deutschland vor. Gäbe es da Fans? Würde man überhaupt mitsingen können? Auch wenn letzteres wahrscheinlich nicht der Fall ist, dies ist doch ein Plädoyer dafür, sich mit japanischer (Pop)Musik auseinanderzusetzen, respektive mal intensiver zuzuhören.

2 Comments:

Blogger cyberpunkcrisis said...

Hey, du bist doch so früh aufgebrochen vom Festival, woher hast du so viele Eindrücke? Ausgedacht? ;)

Zu deinen Fragen: Ja, ich denke schon, dass es Fans gäbe, die mitsingen würden. J-Rock hat in Deutschland eine immer stärker anwachsende Fansszene, in meiner Lieblings-Gruft-Zeitung Zillo, die ich jeden Monat lese, ist auch jeden Monat mindestens ein Artikel über eine J-Rock-Band drin.

Die berühmteste und beliebteste ist übrigens MUCC. Ich bring dir was von denen mit, falls es dich interessiert.

2:42 PM  
Blogger Katja said...

ich versuch ja auch schon seit monaten des bruders frühreife äh jugendlich fortgeschrittene freundin zu erreichen, die ihm versucht hat, japanischen punk näherzubringen. entweder er will nicht, dass ich mit ihr spreche oder, was dann doch wahrscheinlicher ist, er verpennts immer wieder.

4:12 AM  

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