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Fuck off, Faschos.


Dies ist eine Notiz. Für mich selbst, und vielleicht auch für all die, die sich in absurdesten Momenten mit Faschos, Nazis, Neonazis, Rassisten und ähnlichem konfrontiert sehen und nicht jedes Mal gewillt sind, (verbal) Krawall zu schlagen.
Vergesst die gute Kinderstube. Vergesst die Höflichkeit, vergesst jedes "vielleicht meint der das ja nicht so".

Doch. Die meinen das so. Immer. Und jedes Schweigen der Menschen, die ihnen gegenübestehen hilft ihnen. Ermuntert sie, bestätigt sie.


Anlass für diesen Post ist ein Erlebnis am Halloweenabend. Ich durfte mich tatsächlich gruseln. Unter den Gästen der (leider privaten, sonst wäre eine Anzeige so schön einfach) Party rannte eine Person in graugrüner Uniformjacke herum. Auch ich bin gut im Wegsehen, deswegen hab ich das erstmal ignoriert.

Bis er direkt vor mir stand, der Wehrmachtssoldat, komplett mit schwarzen Handschuhen und Pistolenholster am Gürtel. Und ich auf seiner Uniformjacke fünf Abzeichen, ein jedes inklusive Hakenkreuz, zählen konnte. Eins größer als das andere. Auf meine hervorgewürgte Frage, wieso er diese Dinger an der Jacke trägt, schwadronierte er was von deutscher, von unserer Geschichte. Er sammle sowas und da hätten Männer Heldentaten für vollbracht undsoweiterblabla. So begeistert, wie er sprach, ist er auch Mitglied in einem Landser-Lesezirkel. Meine Reaktion stand mir ins Gesicht geschrieben, das weiß ich. Die Krönung seiner "Helden"-Lobpreisung war der Kommentar, dass ich ja bestimmt nur deswegen so eine Abneigung dagegen hätte, weil meine Vorfahren so gelbe Sterne an der Jacke hatten.

Ich bin darauf hin gegangen. Heißt: in einen anderen Raum. Vibrierend vor Hass, vor Unwohlsein, und vor Wut, weil ich nicht wusste, was tun. Weil mir Gedanken durch den Kopf gingen wie: Es ist schon spät, die sind alle schon angetütert, du bist die Neue hier, die willst ja die Freunde nicht vergrätzen, keine Szene machen.
Ich habe nicht: ein Foto gemacht von ihm und ihn angezeigt.
Ich habe nicht: ihm das (partybedingt vorhandene) Kunstblut über die Jacke geschüttet mit den Worten, wenn er schon Wert auf ne historisch korrekte Wehrmachtsvisage legt, dann gehört da Blut rauf. Eigentlich sein eigenes, aber ich mag ja im Gegensatz zu ihm keine Gewalt.
Ich habe nicht: ihm mein Bier ins Grinsegesicht gekippt.
Ich habe nicht: die Gastgeber gebeten/aufgefordert, ihn rauszuschmeißen.
Ich habe nicht: gesagt "nach Stalingrad geht's da lang"




Die Gastgeber haben ihm nicht den Zugang verwehrt. Niemand hat ihn angesprochen, angeschnauzt, er solle gefälligst mit seinem faschistischen Dreck verschwinden. Es hat ihn auch niemand höflich darum gebeten. Soweit ich weiß.


Und das alles ist, in kurz, scheiße. Typen wie dem geht einer drauf ab, zu sehen, dass ihr Gegenüber machtlos ist, egal warum. – Ich hab die Schnauze voll von euch. Ich werd pöbeln, motzen, rumnerven, von mir aus diskutieren, argumentieren (ich Optimist, ich), alles, nur nicht: die Fresse halten.


Im konkreten Fall: gibt es Fotos, einen Namen und einen Wohnort, und es gibt Anzeigenformulare.




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