Direkt zum Hauptbereich

Fremdschämen

Mario Barth, Held aller unterjochten Feinde der Leitmedien, Verächter der Daoben, der politischen Elite, die halbe Autobahnbrücken für Wildtiere baut und bescheuerte EU-Normen für Pizzen festlegt, nur damit Herr Barth waschechten und hochkarätigen "Enthüllungsjournalismus" betreiben kann.

Für den bekommt er dann Applaus von Menschen, die in ihren Wohnzimmern zwischen Autobild und Katzenbaum sitzen, oder grade auf dem Handy die neuesten Kommentare unter ihrem "bei uns haben schon wieder diese Asylanten die Schaukel auf dem Spielplatz besetzt"-Post lesen.

Der Mann, der Erfolg hat mit Sprüchen, die mit dem Genre "Comedy" so viel zu tun haben, wie ein Ballermanntrip mit einer kulturhistorischer Bildungsreise, dieser Mensch also wollte sich neulich die Proteste gegen Trump angucken. Und stellt sich morgens vor den Trumptower, nur um kichernd sich zu echauffieren, dass da gar keine Demonstranten sind. Verrrückt! Morgens! Keine Demonstranten!!11! So 1 Ding!

Für derartige Dummheit und dreistes Ausnutzen seiner durch Flachzangenhumor groß gewordenen Reichweite möchte man ihm Lizenz entziehen. Mindestens. Wenn so etwas doch nur ginge. Wollten sie doch damals der Titanic wegnehmen, die Satirelizenz. Also muss das doch bei Barth auch gehen.Unterschriften gegen Barth. Sammelt schon jemand?

Seine Fans, die ihm zujubeln, weil er offenlegt, wie die Scheißmedien uns verarschen tagein tagaus, die kriegen nun wieder von dem Hohn, der Barth aus anderer Richtung entgegen schwappt, gar nichts mit. Geschweige denn von der Wut über dieses Affentheater, das er veranstaltet.

Wenn sie davon auch nur ein Fünkchen mitbekommen, ist es Wasser auf ihre Mühlen: Ist der Ärger des engblichen Bildungsbürgertums doch nur ein Beweis dafür, dass der Mario da einen wunden Punkt getroffen hat. Getroffene Hunde Bellen. Und so.


Kommentare