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Es werden Posts vom 2017 angezeigt.

Brei kochen ist wichtiger als Texte schreiben

Ich fühle mich wie mein eigenes Klischee.

Das Kind schläft, Essen ist fertig, die Wäsche hängt, die Spülmaschine ist leer, die Plätzchenetagere ist gefüllt, der Weihnachtsstern hängt. Der Mann ist vor einer halben Stunde zur Arbeit gefahren. – Diese Sätze könnte ich seit sieben Monaten mehr oder weniger jeden Abend schreiben. Change the time of his departure and that's it. Auf Netflix läuft irgendwas belangloses, White Noise so my brain stays on the topic.

Plätzchen gibt's diesmal ohne Heavy Metal, dafür mit Babygekiekse. Hat einen anderen Frequenzbereich, kann aber ähnlich toll oder störend sein.

Seit vielleicht zwei Wochen habe ich mich (endlich) mit diesem seltsamen Zustand Elternzeit arrangiert. Und gucke eher unruhig auf das nächste Frühjahr, wenn ich wieder in die Redaktion muss. Ich soll mein Kind jeden Morgen abgeben. Absurd grade, die Vorstellung. Ich habe ja noch nicht mal einen Kitaplatz. Meine Friseurin erzählt mir jedes Mal, ich soll einen Brandbrief an den Senat …

Sonntagsbrötchen. #NoG20 aftermath

Sonntagmorgen. Draußen zwitscherts. Kirchturmglocken läuten. Das Kind rülpst auf meiner Schulter und strahlt mit der Sonne um die Wette. Ich gehe auf meinen kakelbunt beblühten Balkon, Temperatur testen. Unten rauschen ein paar Autos vorbei. Ich schnalle mir das Kind um, der Mann schnarcht noch ein bisschen. Der Weg zum Bäcker ist bevölkert von Spatzen, alten Frauen und jungen Männern und mittelalten Pärchen mit Hundeleinen, Brötchentüten oder Kindern in der Hand. Heile Welt.

Der Bäcker selbst ist mit seinem spärlich leckeren Angebot fast antikapitalistisch zu nennen. Wer nach neun Uhr dreißig kommt, kriegt nüscht mehr. Mitten in Berlin, Samstags wie Sonntags. Den Bäcker gibts hier schon immer. Und immer liegen hier die Samstags- und Sonntagszeitungen. Die mit den rotweißen Logos und ein paar Berliner. Gestern war der Zeitungstisch rotgülden, so leuchteten von allen Titelseiten die Feuerfotos aus Hamburg. Heute sind die Bilder gräulich verdreckt: Blicke in die geplünde…

Despite the negative press covfefe

Ich habe zur Zeit die Aufmerksamkeitsspanne undoder Konzentrationsfähigkeit eines Faultiers auf Crack. oder Speed. Oder was auch immer passt zu diesem Bild. Ich kann von einem Moment auf den nächsten von Zeitlupentempo (weil müde, endlich mal frei oder müde) umschalten auf hochkonzentrierte oder genervte Eile (endlich mal frei oder müde). Respektive: werde geschaltet.

Ich schaffe Fünfzeiler. Zu total spannenden Themen.
Das Internet ist voll mit Elternblogs und Onlinemagazinen mit Ernährungstipps für Säuglinge und Einschlafhilfen für zahnende Kleinkinder. Je nach Filterbubble ist da wohl jede und jeder versorgt mit Kackeberichten anderer erziehungsberechtiger Menschen oder empörten Buchstabensammlungen rund um Biobaumwolle und ausverkaufte Frischkornmilch. (Dieses Wort habe ich neulich lernen müssen, Schnappatmungsanfall inklusive. Ernährungsfanatiker, die Babys gequollenes Mehl mit Honig und roher Milch und Schimmelpilzmandeln füttern wollen. Nur ein kleines bisschen Schnappatmung is…